Klüden
Klüden als
südlichstes Dorf der Altmark wurde nach Unterlagen des Archivs Magdeburg am
10./11. Januar 1472 erstmals urkundlich erwähnt.
Inmitten eines großen Sumpfgebietes wurde es in
Hufeisenform, die bis heute erhalten ist, angelegt.
Beim Bau der ersten Wohnhütten und Viehunterkünfte zerbrach
das Erdreich in große Stücke, Klumpen oder, wie man so sagt, Kluten bzw.
Klüten. Daraus entstand wahrscheinlich
„Clüden“. Die Schreibweise mit „C“ wurde 1956 geändert und
seitdem heißt der Ort „Klüden“.
Die erste Schule entstand 1790 und war ein Fachwerkbau mit
Lehmwänden und einem Strohdach. Die zweite Schule wurde 1865 und die letzte
Schule 1930 erbaut. In der zuletzt erbauten Schule wurden bis 1967 in einem
Klassenraum gleichzeitig vier Klassen von einem Lehrer unterrichtet.
1823 entstand das Spritzenhaus. Es wurde mit Feuerpatschen,
Stangen, Eisenhaken und Eimern für die Brandbekämpfung ausgerüstet.
1904 kam eine von Pferden zu ziehende Handspritze dazu.
Heute besitzt die Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug – Wasser, welches
gleichzeitig die zur Bedienung notwendige Mannschaft transportiert. Die Technik
befindet sich seit den sechziger Jahren in einer sinnvoll eingerichteten
Feuerwehrhalle mit Versammlungsraum.
In Klüden gab es insgesamt drei Windmühlen, von denen heute
leider keine mehr existiert. Die letzte ist Anfang der sechziger Jahre
abgebrannt
1894 wurde der Bau der Landstraße Neuhaldensleben - Klüden –
Gardelegen abgeschlossen.
Zur industriellen Entwicklung wurde überliefert, dass es ab
1898 eine Dampfmolkerei und eine Spiritusbrennerei und ab 1911 ein
Kalksandsteinwerk in Klüden gab.
Von 1911 bis 1951 existierte in Klüden auch ein Anschluss an
die Kleinbahnstrecke, welche nach Neuhaldensleben über Bülstringen, Satuelle,
Uthmöden, Pax (bei Dorst), Zobbenitz, Klüden, Roxförde, Wannefeld, Letzlingen,
Letzlinger-Forst und Kloster Neuendorf nach Gardelegen verlief.1915 bekam
Klüden elektrischen Strom.
Der Ort wurde 1950 nach einer Kreisbegradigung dem Kreis
Haldensleben (solange Kreis Gardelegen) zugeordnet. Die Postleitzahl blieb aber
bis heute gültig.
Nach der Wende verschwanden in Klüden der Kreisbetrieb für Landtechnik, die Post,
der Kindergarten, die HO und der Konsum sowie eine Gaststätte, die aber einen
Nachfolger im „Gartenlokal“ erhalten hat.
Positiv ist zu berichten, dass Klüden im Rahmen der
Dorferneuerung zwei neue Straßenzüge und einen neu gestalteten „Bäckerplatz“
mit Buswartehalle erhalten hat. Bereits in den siebziger Jahren wurde eine
Badeanstalt durch Bürger des Ortes gebaut, welche 1994 neu ausgefliest werden
konnte.
Des Weiteren wurde in Richtung Roxförde 1995 ein zweiter
Rinderstall und am anderen Ende des Ortes ein Holzzaun um den Friedhof
errichtet. Obwohl fast jeder Haushalt in Klüden einen Telefonanschluss hat,
kann man seit März 1995 per Funk (das heißt konkret: im D2-Netz) telefonieren,
denn ein cirka 30 Meter hoher Funkturm ist bereits von weitem zu erkennen.
„In Klüd´n“, da hört man wedder sloan noch lüün. Da hängt de
Gloch en Beernboom“ – ein alter Ausspruch, der darauf hindeuten soll, dass es
in der Gemeinde keine Kirche mit Glockenturm gibt und dass bei der alten Schule
ein Birnbaum gestanden hat, neben dem die Schulglocke hing. Von diesem Spruch
lies man sich leiten, als es darum ging, ein ortstypisches Wappen zu gestalten.
Das Ergebnis ist eine Glocke, die vor grünem Hintergrund
hängt, welcher auf eine waldreiche Gegend hindeutet. Somit haben die Klüdener
nun auch ihr unverwechselbares Wappen.