Grauingen
Grauingen wurde bereits in der Chronik der Burg Calvörde
erwähnt. In dieser heißt es, dass schon im siebten und achten Jahrhundert diesseits
der Ohre, neben anderen Orten, Grauingen liegt.
Die Gemeinde soll laut Aussagen einer weiteren Chronik aus
sieben Ackerhöfen, acht Kossatenhöfen und fünf Anbauernstellen bestanden haben,
welche Herrn von Schenk in Flechtingen dienstbar gewesen sind.
Die Anlage des Dorfes in der Form eines Hufeisens lässt
erkennen, dass es wendischen Ursprungs ist. Hierfür sprechen auch die noch
jetzt vielfach vorhandenen Kopfweiden, die Lieblingsbäume der alten Wenden.
Im Jahre 1832, am 13. Juli, wurde fast das ganze Dorf durch
eine Feuersbrunst vernichtet.
Bis zu dieser Zeit waren alle Dächer mit Stroh gedeckt. Bis
zum Jahre 1866 wurde das Dorf Grauingen wieder in Hufeisenform, wie es bis
heute noch besteht, errichtet.
Die Einwohnerzahl wird 1866 mit 252 angegeben.
Grauingen war immer ein Bauerndorf oder wie es in der
Chronik heißt, ein Dorf der Ackersleute. Der Lebensunterhalt wurde durch
Ackerbau und Viehzucht betrieben. Dazu gehörten ein Stellmacher, ein Schmied,
ein Tischler, ein Schuster und eine Windmühle; außerdem ein Gemeindebackhaus
mit Wirtshaus und zwei kleine Krämerläden.
Um die Jahrhundertwende 1899 – 1900 bestand das Dorf aus 44
Grundstücken, davon 30 Bauerngehöfte mit Ackergrößen von 0,50 bis 50 Hektar. Im
Jahre 1910 wurde der Ort in den elektrischen Stromkreis einverleibt, am 4. Juli
1910 brannten die Lampen zum ersten Mal.
Zur Verbesserung der Infrastruktur werden von der Gemeinde
und den Bürgern große Anstrengungen unternommen. So entstanden besonders im
Rahmen der Dorferneuerung neue Grünbereiche, Bepflanzungen, neue Gehwege und
Plätze sowie Spielbereiche.
Heute leben in Grauingen 153 Einwohner
(Stand 31.12. 2010).